Mediation

Das gerichtliche Verfahren ist archetypisch am Zweikampf orientiert. Das Ziel des Rechts ist zwar der Friede, das Mittel aber dazu der Kampf. Bei Streitsachen in Familie, Schule, Umwelt oder Nachbarschaft, u.a., ist der Kampf ein ungeeignetes Mittel zur Konfliktlösung, da dieser oft nur dazu beiträgt, die Fronten zu verhärten. Gleichzeitig müssen die Beteiligten aber noch über den Streit hinaus miteinander auskommen. In diesen Streitfällen ist das Mediationsverfahren ein geeignetes Mittel, Probleme zu lösen und dem Bedürfnis nach neuen Regelungen nachzukommen.

Das Mediationsverfahren

Der Gang zu den Gerichten lässt sich heute in vielen Fällen durch den Einsatz eines Mediationsverfahrens vermeiden. Die Mediation ist ein außergerichtliches Konfliktbearbeitungsverfahren. Alle am Konflikt Beteiligten erarbeiten hierbei freiwillig, eigenverantwortlich und gemeinsam mit Unterstützung eines externen, allparteilichen Dritten (Mediator/in) eine fall- und problemspezifische Konfliktregelung bzw. -lösung.
 

Grundvoraussetzung jeder Mediation ist zunächst, dass die Parteien über die anstehenden Probleme miteinander sprechen wollen, scheint die Situation auch noch so verfahren.
 

Ist die Entscheidung für eine Mediation gefallen, erläutert die Mediatorin in der ersten Sitzung das Verfahren und zeigt die Unterschiede zum Gerichts- oder Schiedsverfahren auf. Ein gemeinsam unterzeichneter Mediationsvertrag enthält nochmals die wesentlichen Merkmale des Verfahrens.
 

In den folgenden Sitzungen stellen die Parteien ihre Positionen dar, die die Mediatorin in der nächsten Phase zusammen mit den Beteiligten auf dahinterstehende Interessen prüft. Hierbei sind Offenheit und Vertraulichkeit wesentliche Elemente des Gesprächs.
 

Gemeinsam werden dann Lösungen unter Beachtung der rechtlichen Rahmenbedingungen gesucht. Diese Lösungen werden schriftlich in Form einer rechtsverbindlichen Vereinbarung festgehalten.

Ursprung und Weiterentwicklung der Mediation

Das Verfahren der Mediation kommt aus den USA. Die Grundlagen und Techniken der Mediation beruhen auf den Prinzipien der sog. Harvard-Verhandlungsmethode.
 

Seit Anfang der neunziger Jahren gibt es in Deutschland bei Scheidungen die Familienmediation, um beispielsweise Fragen des Sorge- und Unterhaltsrechts oder der Vermögensregelungen einvernehmlich zu klären. Inzwischen hat sich diese Methode aber auch bei anderen Konfliktfeldern bewährt und etabliert. Im Arbeits- und Wirtschaftsrecht sowie im Mietrecht, im Baurecht wie im Umweltrecht und Schulrecht werden erfolgreich Mediationen durchgeführt. Diese bringen am Ende nicht einen Sieger und einen Verlierer hervor – wie es das herkömmliche Gerichtsverfahren vorsieht – sondern zwei Gewinner, deren Interessen in der gemeinsam erarbeiteten Lösung aufgehen. Denn die Devise des Mediationsverfahrens lautet: Kooperation statt Konfrontation!

Erfahrungen und Vorteile der Mediation

Die Mediation wird in der Regel als fair, rational und verständlich empfunden. Die eigenverantwortlich gefundene Lösung, unabhängig von der Entscheidung des Richters, führt zu hoher Akzeptanz des Ergebnisses und zu großer Zufriedenheit, zu besserer Zahlungsmoral und zu einer geringeren Anzahl von Zwangsvollstreckungen. Ein weiterer Vorteil: Während ein Gericht nur über einen bestimmten Klageantrag entscheiden kann, bietet die Mediation weitaus flexiblere Möglichkeiten, andere Aspekte persönlicher oder wirtschaftlicher Art in den Entscheidungsprozess einzubringen und so eine umfassende und beide Parteien zufriedenstellende Problemlösung zu finden: ein Prozess ohne Verlierer.
 

Weitere Vorteile:

 

  • Kostenersparnis
  • Zeitersparnis
  • Nervenschonung
  • Direkter Austausch
  • Selbstgewählte Regelungen
  • Konfliktbearbeitung
  • Keine Konfliktverschärfung oder –erweiterung
  • Zukunftsorientierung

Der Kostenvergleich

Zeitwert statt Streitwert lautet die Devise in der Mediation.

Zur Verdeutlichung seien das Prozessrisiko und die Kosten für ein Mediationsverfahren im Vergleich aufgezeigt:

Prozessrisiko

(2 Anwälte und Gerichtskosten für Anträge im Scheidungsverbund, wie z.B. Unterhalt, Sorgerecht, etc.)

Kosten 1. Instanz Kosten 2. Instanz Gesamtkosten incl.
ca.   3.500 -   4.600 € ca.   4.000 -   5.200 € ca.   9.000 €
ca.   5.000 -   6.600 € ca.   5.500 -   7.600 € ca. 10.500 - 14.200 €
ca.   9.000 - 12.000 € ca. 10.000 - 13.500 € ca. 19.000 - 25.500 €
ca. 15.000 - 18.200 € ca. 16.400 - 22.000 € ca. 31.400 - 40.200 €
ca. 25.000 - 30.000 € ca. 28.000 - 35.000 € ca. 53.000 - 65.000 €

etc.

 

Die Kosten einer 3. Instanz blieben unberücksichtigt,da sie an weitere spezielle Anforderungen anknüpft.

 

Gerade im Familienrecht betrifft die Kostenlast noch die Kasse, aus der beide Parteien letztendlich gemeinsam schöpfen müssen, so dass eine Kostenreduzierung beiden Parteien zugute kommt.


Die Mediatorin rechnet ihr Honorar nach Stunden oder in Einzelfällen auch pauschal ab. Der Stundensatz beträgt 65,00 € pro Person zuzügl. 19 % USt. Vor- und Nachbereitung sind hierin enthalten.  Die Vereinbarung wird am Ende mit einer Gebühr, in Anlehnung an das RVG, für den gesamten Gegenstandswert der getroffenen Regelungen berechnet. Der Vertrag wird von beiden Parteien unterschrieben und ist damit rechtswirksam.

 

Bei Formerfordernis erfolgt eine notarielle Beurkundung.

 

Eine Mediation dauert durchschnittlich 4-10 Sitzungen, je 1-3 Stunden, je nach Bedarf und Umfang der Sache.

Kosten Mediationsverfahren

z.B. 6 Sitzungen je 2 Stunden 1 Gebühr für den Abschlussvertrag Gesamtkosten zzgl. USt.
1.680 €    800 € (Wert:   25.000 €) 2.480 €
1.680 €

1.400 € (Wert:   80.000 €)

3.080 €
1.680 € 2.000 € (Wert: 200.000 €) 3.680 €
1.680 € 3.300 € (Wert: 500.000 €) 4.980 €
1.680 € 4.800 € (Wert:  1 Mio. €) 6.480 €

Hinzu kommen die Verfahrenskosten für die formale Durchführung der Scheidung. Es ist in diesem Falle nur noch ein Anwalt, der den Antrag stellt, notwendig. Der Gegenstandswert beträgt nun höchstens noch das dreifache monatliche Nettoeinkommen der Beteiligten und in besonderen Fällen 10 % des Vermögens abzüglich der Belastungen und der Freibeträge, hinzu kommt ein Betrag für den Versorgungsausgleich (Ausgleich der Altersvorsorge).

Die zusätzlichen wertabhängigen Gerichtskosten werden von der Gerichtskasse erhoben.

Kosten Scheidung Kosten Mediation und Abschlussvereinbarung Gesamtkosten zzgl. USt. ca.
2.000 € 2.150 € (Wert:   25.000 €)   4.150 €
3.000 €

2.660 € (Wert:   80.000 €)

  5.660 €
4.000 € 3.280 € (Wert: 200.000 €)   7.280 €
6.000 € 4.460 € (Wert: 500.000 €) 10.460 €
8.000 € 6.480 € (Wert:   1 Mio. €) 14.480 €

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